Bachs Braumanufaktur

Julian Bach ist zum Bier gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Getrunken hat er’s immer schon gerne, doch Bierbrauer ist er eher zufällig geworden. Angefangen hat alles 2007. Da war der heute 35-Jährige Soldat bei der Bundeswehr und musste für vier Monate nach Afghanistan. Bevor Julian diesen nicht ungefährlichen Einsatz antrat, sagte er zu seinem Vater: „Papa, wenn ich zurückkomme, will ich mein eigenes Bier haben!“ Gesagt, getan: Als Julian von seinem Einsatz zurückkehrt, empfangen ihn seine Eltern mit „Julians Willkommenssud“. Damit nahm alles seinen Anfang.

Als das Bier noch in den „Kinderschuhen“ steckte, wurde es im 100-Liter-Einkochautomat gebraut, in der von Julians Eltern bewirtschafteten Fischerhütte Furpach verkauft und mit sehr positiver Resonanz aufgenommen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. 2009 kauften Julian und seine Eltern erstes professionelles Equipment zum Bierbrauen und taten damit den nächsten großen Schritt in Richtung einer eigenen Biermarke. Bereits seit 2011 arbeitet Julian jetzt schon mit dem Braumeister Jürgen Deckarm zusammen. Bisher haben sie nur Fassware mit 15, 30 und 50 Litern Volumen produziert. Ab März 2018 wird mit der Anschaffung einer professionellen Abfüllanlage eine neue Phase eingeläutet; außerdem ist ab diesem Sommer die Einzelhandelsakquise geplant. Dann kann auch der Gelegenheits-Biertrinker sich demnächst ganz einfach seine Lieblingssorte in den Kühlschrank stellen.

Bei der Frage nach der Regionalität des Bieres muss man einräumen, dass die saarländische Landwirtschaft nicht alle Rohstoffe zum Bierbrauen hergibt, weshalb das fertige Malz aus Wallertheim in Rheinland-Pfalz und der Hopfen aus der bayerischen Hallertau und dem baden-württembergischen Tettnang bezogen werden. Für das Craft Beer wird außerdem eine besondere Art von Aromahopfen aus den USA importiert. Julian würde direkt auf regionale Zutaten umstellen, wenn diese hier vor Ort in ausreichender Menge und entsprechend seinen Qualitätsanforderungen vorhanden wären. Vielleicht setzt Julian mit seiner Nachfrage neue Impulse für die regionale Landwirtschaft. In der Zwischenzeit müssen diese nachvollziehbaren Transportwege allerdings noch in Kauf genommen werden.

Das Malz wird in Wallertheim oder dem ebenfalls rheinland-pfälzischen Kreimbach-Kaulbach vermälzt und abgesackt. Die Produktion findet dann vom Schroten bis zur Abfüllung ausschließlich in der Neunkircher Brauerei im „Hafenviertel“ statt. Das Hafenviertel, in dem auch piranja-cola seinen Sitz hat, liegt – anders als sein Name vermuten lässt – nicht an einem Gewässer und ist auch kein Stadtteil, sondern ein Gebäude. Der Name steht sinnbildlich für ein modernes und kreatives Lebensgefühl, denn laut Waldemar, dem Gründer von piranja-cola, und Julian brauche ja eigentlich jede richtige Stadt ein Hafenviertel. Hier entstehen diverse Biersorten wie beispielsweise das Sommerbier oder das kräftigere Whisky-Bier. Liebhaber des hopfigen Gebräus werden in dem Repertoire von dauerhaft bis zu sechs Biersorten mit Sicherheit ihren Favoriten finden.

Was unterscheidet nun aber Julians Bier von anderen saarländischen Bieren? Bier aus hiesigen Brauereien wird bei uns im Saarland zwar hoch gehandelt, doch wie Julian betont, gibt es hier nur wenige Brauereien, die so arbeiten wie die Braumanufaktur. Bei Bachs wird wirklich noch handwerklich gebraut, das Bier ist unfiltriert, naturbelassen und durchläuft einen Reifeprozess von mindestens vier Wochen. Diese Sorgfalt beschert jedem der Biere eine Qualität, die sie von in Massen produzierten Produkten abhebt. Hinsichtlich der Bedeutung der Regionalmarke Neunkirchen betont Julian, dass er sie als eine Art Qualitäts-„Siegel“ für seine Produkte ansieht. Dem kann man nur zustimmen, denn bei Bachs Braumanufaktur ist der Name Programm: Die familiengeführte saarländische Kleinbrauerei vereint Rohstoffe höchster Qualität und traditionelles Brauhandwerk mit viel Liebe zum Detail zu einem Bier ganz besonderer Güte.

Impressionen:

Bachs Braumanufaktur
Wellesweilerstraße 69b
66538 Neunkirchen

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