Brennerei Woll

Von außen wirkt das Haus der Familie Woll in Welschbach wie ein ganz normales
Einfamilienhaus. Der Keller hat es allerdings in sich. “Am 10. Dezember 1950 wurde in der
Brennerei Woll zum ersten Mal Schnaps hergestellt.” erinnert sich Elmar Woll auf den Tag
genau. Damals brannte noch sein Vater, der Bergmann Joseph Woll. Vorrangig brannte er für
andere Bergleute, die ihre eigene Maische in Töpfen und Fässern zu ihm brachten.

Als der Vater 1970 verstarb, stellte sich für den Polizeibeamten Elmar Woll die Frage, ob er den
Betrieb neben seiner Vollzeitbeschäftigung weiter betreiben könne. Mit Hilfe seiner Frau Ingrid,
die zeitweilig den morgendlichen Brennbetrieb übernahm, konnte Woll die Brennerei bis zum
heutigen Tag am Laufen halten.

“Heute ist es eine angenehme Beschäftigung für den Ruhestand.” so der ehemalige
Oberkommissar. Saisonal und ernteabhängig sei der Brennereibetrieb. Damit bleibt auch noch
genug für seine anderen Hobbies: Skat, Kommunalpolitik, Tennis und Fahrradfahren.
Außerdem ist Woll Lektor in der katholischen Kirche in Welschbach. Gebrannt wird vor allem in
den Wintermonaten. “Im Brennraum ist es dann schön warm!” lacht Woll.

Seine Kunden liefern die zum Brennvorgang benötigte Maische, den Rest erledigt er. Zur
Maischeherstellung wird überreifes Obst zerkleinert, in saubere Gefäße gefüllt und bei 15-18
Grad gelagert, bis der Gärvorgang abgeschlossen ist. Wenn das Obst ausgegoren ist, stellt
Elmar Woll daraus den Branntwein mit der gewünschten Trinkstärke her. Da es sich bei der
Brennerei Woll um eine sogenannte Abfindungsbrennerei handelt, dürfen seine Kunden nur ihre
eigene Obsternte zu Schnaps brennen lassen – zugekauftes Obst ist nicht erlaubt.

Er selbst besitzt eine Obstanlage mit einem Hektar Land in Welschbach. Hier wachsen
Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Birnen und Äpfel. Von Woll selbst gepflückt, wandert ein
Großteil der Ernte selbstverständlich in die heimische Brennanlage. Aber nicht nur
Obstbranntweine werden in die sorgfältig ausgesuchten Flaschen gefüllt – auch mit Anis,
Kümmel oder Kräuter aromatisierte Branntweine finden sich in Wolls Sortiment.

“Mein Angebot ist begrenzt, zu kaufen gibt es meine Produkte nur hier vor Ort bei uns im Haus.”
resümiert Schnapsbrenner Elmar Woll. Für die Regionalwarenkiste macht Woll allerdings eine
Ausnahme – hierfür wird es sogar Flaschen in Sondergröße geben.

Impressionen:

Brennerei Woll
Karlstraße 11
66557 Illingen

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